Letzte Woche unternahmen meine Frau und ich einen Autoausflug in die kleine Stadt Thale im Harz. Dies ist bereits unser zweiter Ausflug dorthin. Bei unserem ersten Ausflug im Oktober letzten Jahres besuchten wir den dortigen „Grand Canyon“ Bodetal mit einer Seilbahn. Dieses Mal wollten wir den mystischen Ort „Hexentanzplatz“ erkunden. Dafür nutzten wir eine andere, modernere Seilbahnlinie. Die Aussichtsplattformen mit herrlichem Blick auf die Berge und die Stadt Thale, die moderne Seilbahnkabine und das für Ende März ungewöhnlich warme Wetter haben uns sehr gut gefallen.
Der Hexentanzplatz ist ein alter sächsischer Kultort, an dem heidnische Veranstaltungen und Feiern stattfanden, insbesondere in der Nacht zum 1. Mai. Jetzt wurde hier ein Bereich für Familienerholung geschaffen: ein Wildpark, mehrere interessante Attraktionen, thematische Skulpturengruppen, ein Theater, ein Museum, Restaurants und Souvenirläden.
Gesamteindruck: mittelmäßig
Normalerweise trinken wir nach der Ankunft erst einmal einen Kaffee und besuchen dann, wenn sich unsere Stimmung nach dem Kaffee deutlich verbessert hat, die geplanten Orte. Letztes Mal hat uns das Café Eis Alm Thale sehr gut gefallen. Es gibt kostenlose Parkplätze und guten Kaffee zu erschwinglichen Preisen. Leider ist es jeden Mittwoch und Donnerstag geschlossen. Generell haben die meisten touristischen Einrichtungen in Deutschland – wie Restaurants, Museen, Souvenirläden, Weingüter, Touristeninformationen usw. – sehr ungewöhnliche Öffnungszeiten. Sie können nur halbtags geöffnet sein, haben, wie im Fall des Cafés Eis Alm Thale, vereinzelt Wochenenden oder sogar nur samstags und sonntags geöffnet. Viele Betriebe sind in der Nebensaison generell geschlossen. Letztes Jahr im Juli waren wir von den Öffnungszeiten eines Weinguts überrascht – Mai, Juni, August und September. Und im Juli mussten wir uns woanders nach einem anderen umsehen.
So besuchten wir statt der Eis Alm Thale Peters Sportrestaurant & Biergarten. Es gibt dort zwar einen kostenlosen Parkplatz, aber die Preise für Kaffee sind höher und die Qualität schlechter. Ein weiterer großer Nachteil des deutschen Services ist die fehlende Kartenzahlung. In Peters Restaurant beispielsweise wird dieser meiner Meinung nach obligatorische Service nur angeboten, wenn der Gesamtbetrag der Rechnung 10 Euro übersteigt. Parkautomaten, Straßenläden, Museen und Weingüter akzeptieren ausschließlich Barzahlung. Wer mich auf Englisch oder Ukrainisch liest, weiß, wie unpraktisch das ist!
Als wir den Hexentanzplatz erreichten, sahen wir, dass er aufgrund der Renovierungsarbeiten völlig verwüstet war. Touristen mit Gesundheitsrisiko laufen an riesigen Lastwagen und Baggern vorbei, die sogar auf Gehwege fahren. Viele interessante Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel das Hexenhaus und die Walpurgishalle, sind geschlossen.
Meiner Frau gefiel die Hexenpuppe im Souvenirladen. Wir wollten uns zunächst die Puppen in den etwas weiter entfernten Geschäften ansehen. Als wir eine halbe Stunde später zurückkamen, war der Laden bereits geschlossen, obwohl es erst 14:20 Uhr war. Übrigens sahen wir an der Tür des Berghotels Hexentanzplatz einen Hinweis darauf, dass es hier keine Toilette gibt. Die Toilette war 150 Meter vom Restaurant entfernt, kostete aber bereits 1 Euro. Ein kleiner Tipp in dieser Hinsicht ist die kostenlose Toilette bei der Attraktion Harzbob Thale.
Zusammenfassung
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass man sich an alles gewöhnen kann. Anfangs erlebten wir bei Autofahrten durch Sachsen-Anhalt viele Unannehmlichkeiten. Jetzt haben wir Bargeld dabei, planen im Voraus einen Parkplatz und überprüfen die Öffnungszeiten der Orte, die wir besuchen möchten, doppelt und dreifach.
Übrigens schrieb ich in meinem vorherigen Beitrag über Tourismus in Sachsen-Anhalt, dass es in diesem Bereich viele Defizite gibt. Nun gibt es gute Nachrichten: In diesem Jahr hat die Marketinggesellschaft IMG Sachsen-Anhalt neue interessante Gruppenreisepakete für Touristen aus verschiedenen Ländern entwickelt. Sogar die Website „Hallo Sachsen-Anhalt!“ wurde erstellt. Leider sind diese Pakete aus bekannten Gründen nicht für Touristen aus der Ukraine gedacht. Allerdings leben derzeit allein in Deutschland 1,2 Millionen ukrainische Flüchtlinge. Und in der benachbarten Tschechischen Republik und Polen – ebenso viele. Lasst uns daran arbeiten!












